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Sabine Kuhl, Leiterin des Städel Shops

Der Städel Shop ist gemeinsam mit dem Café ein gelungener Anfang oder ein abgerundetes Ende für den Besuch des Museums. Ein Blick über die Schulter der Frau, die dort alle Fäden zusammenhält.

Carolin Fuhr — 18. Oktober 2017

Der Blick auf den Schreibtisch ist oft aufschlussreich über die Arbeitsweisen und Vorlieben eines Mitarbeiters – bei der Leiterin des Städel Shops und des Cafés lohnt sich zunächst ein ausgiebiger Gang durch den am Museum angegliederten Shop und das dazugehörige Café. Was nicht heißt, dass es keinen Schreibtisch gibt: Ungefähr die Hälfte Ihrer Zeit verbringt Sabine Kuhl dort, sich um alles Administrative wie Personalpläne, Anfragen, Einkauf und Produktion von Waren zu kümmern.

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Sabine Kuhl, Leiterin des Städel Shops, neben Johann Friedrich Städel. Der soll ja auch gern gelesen haben.

Immer passend zur jeweiligen Ausstellung und deren Tenor werden die Artikel von Sabine Kuhl und ihrem Team ausgewählt. Damit am Eröffnungstag einer Ausstellung auch der Shop in neuem Glanz erstrahlt, müssen alle Abläufe und Bestellvorgänge weit im Voraus in die Wege geleitet werden. Auch die vielen kleinen Absprachen mit den verschiedenen Abteilungen des Hauses machen Sabine Kuhls Arbeit aus.

„Es ist mir ein großes Anliegen, sehr viel im Shop zu sein. Wenn ich am Wochenende arbeite, gehe ich gar nicht ins Büro, da ist man wirklich nur für die Besucher und Kollegen da.“ Ein ganzer Tag an der Kasse ist für Sabine Kuhl nichts Ungewöhnliches. Es sei einfach wichtig, gerade als Chefin, zu sehen, was über die Ladentheke geht, was gut ankommt und welche Produkte besser nicht noch mal eingekauft werden. Langweilig würde es dadurch nie: „Jeder Tag ist anders und deshalb ist es auch so spannend“.

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Sabine Kuhl an der Kasse des Städel Shops

Viel Ausdauer

Das Schöne an einem „rummeligen“ Shop, wie Sabine Kuhl es nennt, wenn viel los ist und viel verkauft wird, ist, dass man trotz Stress viele positive Rückmeldungen bekommt. Sie freut sich, wenn die Leute zufrieden den Shop verlassen. Aber man braucht auch viel Ausdauer – gerade in Phasen, in denen es über längere Zeit stressig werden kann. Das sind nicht nur die vier Wochen vor Weihnachten, sondern vor allem die Laufzeiten der großen Ausstellungen. Vier Monate läuft etwa die aktuelle Ausstellung Matisse – Bonnard. Für die wurde sogar ein „Mini-Shop“ direkt vor der eigentlichen Ausstellung eingerichtet.

„Wenn man sonntags nach Hause kommt, hat man vom vielen Hin- und Herlaufen manchmal richtigen Mukelkater.“ Das Sportstudio kann sich Sabine Kuhl jedenfalls sparen. Um die Arbeit zu bewältigen, braucht es daher vor allem ein gutes Team, das hat sie zum Glück hinter sich. Wenn Not am Mann ist, dann ist sie allerdings die erste, die zurück in den Shop eilt: „Das ist selbstverständlich für mich!“

Museumsambiente

Sabine Kuhl, gelernte Buchhändlerin, leitet seit 2016 nicht nur den Städel Shop und das Städel Café, sondern zusätzlich den Shop der Liebieghaus Skulpturensammlung. Die Arbeitsumgebung der beiden Museen findet sie besonders toll: „Wenn man mag, kann man auch mal alleine mit den Gemälden sein, um zur Ruhe zu kommen, das schätze ich sehr.“

Klassische Buchhandlung und viel zu entdecken

Das „Zwitterwesen“ aus Shop und Buchhandlung ist in Deutschland ein ungewöhnliches Konzept. Die Auswahl der Bücher richtet sich nicht nach Bestsellerlisten, sondern nach den Themen und Emotionen der Ausstellungen. So kommen oft auch verborgene Schätze aus den Kellern der Verlage wieder zum Vorschein.  Seitens der MitarbeiterInnen ist an dieser Stelle ein gutes Gespür für die Besucher und vor allem Erfahrung gefragt. „Wir suchen immer nach dem Kleinen, Besonderen, was die anderen noch nicht haben“, erzählt Sabine Kuhl.

Dabei spielt auch der Non-Book-Bereich eine große Rolle. Mit Neuentdeckungen von jungen Designern gewinnt der Shop eine schöne Exklusivität. Für klassische Buchbestellungen aller Art ist der Städel Shop nichtsdestotrotz immer zu haben, donnerstags und freitags sogar bis 21.00 Uhr – und das ganz unabhängig von einem Museumsbesuch.

Bei einem Gang durch die Reihen voller (Kunst-)Bücher und hochwertigen Blöcken, Stiften und Karten findet wahrscheinlich jeder einen kleinen Schatz für zu Hause oder ein besonderes Geschenk für einen Freund. Die viele Arbeit hinter den Kulissen ist dann kaum noch sichtbar – Sabine Kuhl behält das Ganze derweil immer im Blick.


Die Autorin Carolin Fuhr war Praktikantin in der Presse und Öffentlichkeitsarbeit des Städel und hat immer gern im Shop gestöbert. Nach einem Nachmittag mit Sabine Kuhl hat sie besser verstanden, wie viel Arbeit hinter all dem steckt.

Der Städel Shop hat auch Sonntags und an den Feiertagen geöffnet. Alle Öffnungszeiten und den Bestellservice findet ihr auf der Städel Website.

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