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6 Fragen an Michel Abdollahi

Die Top Voices des großen Städel KI Festivals „Imagining Futures in Noisy Times“ beantworten unsere Fragen zur KI, Kunst und Zukunft.

19. August 2026

Eher Technologie-Optimist oder -skeptiker?
Optimist aus Pragmatismus, Skeptiker aus Ästhetik. Die Technologie löst verlässlich fast jedes Problem, das sie vorher selbst erschaffen hat. Und genau dieser Zirkus hält uns auf eine seltsame Art wach.

Eine Prognose für 2035: Mensch oder KI?
Mensch. Allerdings nur, weil die KI bis dahin klug genug sein wird, uns in dem Glauben zu lassen, wir hätten hier noch irgendetwas zu melden.

Wie sieht für dich das Museum der Zukunft aus?
Ein Ort, der nicht Artefakte konserviert, sondern die echte Gegenwart. Kein überladener digitaler Spielplatz mit VR-Brillen, sondern ein Refugium der Konzentration: kompromisslose Kunst, verdammt gutes Licht und ein Raum, in dem Stille wieder Luxus sein darf. Vielleicht trifft man da ja Rembrandtt oder Renoir?  

Über 700 Jahre Kunst – Bist du eher Team Rembrandt, Renoir oder Richter?
Richter. Rembrandt beherrschte das Licht, Renoir das Vergnügen, aber Gerhard Richter versteht die Unschärfe unserer Existenz. Sein Werk ist die perfekte Ästhetik für ein Zeitalter, in dem ohnehin kaum noch jemand ganz genau hinschauen will. Wobei, ich nehme doch lieber Renoir. Diese Landschaften, diese Farben. Ich lege mich fest: Team Rembrandt.  

Dein KI-Hack, auf den du nicht mehr verzichten möchtest?
Sie als Sparringspartner für Gedankengänge zu nutzen, die um zwei Uhr nachts selbst für gute Freunde zu abstrus wären und sich von ihr stoisch und ohne Eitelkeit Paroli bieten zu lassen. Ich hasse es, wenn sie mich kritisiert, da schreien wir uns auch manchmal an.  

Was ist dein liebster Offline-Moment?
Online und Offline, das hört sich an wie Boris Becker und AOL. Wir leben längst in einer hybriden Realität. Niemand fragt mehr, ob der Strom gerade an oder aus ist; er ist einfach die Infrastruktur unseres Daseins. Wer heute noch künstlich zwischen „analogem Leben“ und „digitaler Welt“ unterscheidet, sucht eine Nostalgie, die es nie gab.

Foto: Marc Huth

Michel Abdollahi ist Conférencier, Fernsehmoderator, Journalist und Maler, ein politischer Entertainer, wie ihn DIE ZEIT nannte, und zählt zu den prägenden Köpfen der deutschsprachigen Poetry-Slam-Szene. Der gebürtige Teheraner, der seit 1986 in Hamburg lebt, studierte Rechtswissenschaft, Islamwissenschaften und Iranistik, ist Mitbegründer des Labels „Kampf der Künste“, moderiert die NDR-Talkshow „Käpt'n Dinner“ und engagiert sich als Vorstandsvorsitzender von „Zweikampfverhalten“ sowie in der Integrationsarbeit für benachteiligte Jugendliche. Für seine journalistische Arbeit wurde er 2015 mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet, 2017 mit dem Gustaf-Gründgens-Preis geehrt und für „Panorama – Die Show“ für den Grimme-Preis nominiert. 


Das Städel KI Festival „Imagining Futures in Noisy Times“  findet am Freitag und Samstag, dem 4. und 5. September 2026 statt. Das umfangreiche Programm mit Vorträgen und Talks sowie Workshops und Führungen schafft einen offenen Raum für Austausch, Reflexion und Begegnung zu zentralen Fragen der Zukunft: Wie wandelt sich die Rolle des Museums im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz? Wie verändert KI den Zugang zu Kunst und zu Wissen? Und wie prägt KI unser Miteinander? 

Mehr Infos und Tickets findet ihr hier.

Das STÄDEL KI FESTIVAL wird gefördert durch die Aventis Foundation und die Gemeinnützige Hertie-Stiftung. Weitere Unterstützung erfährt das Projekt durch die Rudolf-August Oetker-Stiftung, die Fazit-Stiftung sowie Procter & Gamble.

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