Die Top Voices des großen Städel KI Festivals „Imagining Futures in Noisy Times“ beantworten unsere Fragen zur KI, Kunst und Zukunft.
Eher Technologie-Optimist oder -skeptiker?
Ich bin leider vom Optimisten zum Skeptiker geworden. Das hat aber weniger mit der Technologie an sich zu tun als mit den Machtstrukturen, die ihre derzeit Entwicklung treiben: Kapitalismus, Kolonialismus, Imperialismus. Das ginge auch anders!
Eine Prognose für 2035: Mensch oder KI?
Mensch, denn irgendwie muss es ja weitergehen, wenn die KI-Blase platzt.
Wie sieht für dich das Museum der Zukunft aus?
Hoffentlich: zugänglich, partizipativ und emanzipatorisch. Die Digitalisierung bietet die Chance, Kunst neu erleb- und hinterfragbar zu machen, zum Beispiel mit digitalen Zugängen, virtuellen Ergänzungen vor Ort und interaktiven Elementen. Im besten Fall werden Museen so auch zu Dritten Orten, an denen wir alle gemeinsam lernen, reflektieren und Bedeutung aushandeln.
Über 700 Jahre Kunst – Bist du eher Team Rembrandt, Renoir oder Richter?
Von den Dreien: Richter. Aber noch mehr begeistert mich die geometrische Abstraktion von Expressionisten und Kubisten wie Klee oder Picasso. Sie haben unsere Welt analysiert, in Einzelteile zerlegt und neu zusammengesetzt – lange bevor Daten und Algorithmen das übernommen haben.
Dein KI-Hack, auf den du nicht mehr verzichten möchtest?
Bei Google-Suchanfragen den Zusatz „-ai“ mit eingeben, damit ich keine vor Fehler stotzenden KI-Zusammenfassungen erhalte.
Was ist dein liebster Offline-Moment?
Zugfahren in Deutschland.
Foto: dpa Picture Alliance, Christian Charisius
Ingo Dachwitz ist Journalist und Kommunikationswissenschaftler, Redakteur bei netzpolitik.org und Host des Podcasts „Off/On“. Seine Arbeit widmet sich den Themen Daten, Macht und digitale Öffentlichkeit. Er ist Mitglied der Digitalen Gesellschaft, der Evangelischen Kirche und von Netzwerk Recherche. Seine Veröffentlichungen wurden mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem European Press Prize, dem Alternativen Medienpreis, dem Datenschutz-Medienpreis und zwei Grimme-Online-Awards, zudem war sein Buch „Digitaler Kolonialismus“ für den Deutschen Sachbuchpreis nominiert und wurde als eines der Wissensbücher des Jahres 2025 geehrt.
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