Navigation menu

Engagiert euch!

Der Städelverein gehört zu den ältesten und größten Museumsfreundeskreisen in Deutschland. Wir haben das neueste Mitglied und lange Weggefährten gefragt, warum ihnen ihr Engagement so wichtig ist.

Sandra Gunzelmann — 27. Oktober 2017

Louisa Stolberg – 8000. Mitglied

Meine Geschwister und ich sind nicht mal 500 Meter vom Städel und dem Liebieghaus entfernt groß geworden, die Museen gehörten ganz selbstverständlich zu unserer Jugend dazu. Wir haben unzählige Kurse in Töpfern und Malen besucht – irgendwo zuhause findet man die Kunstwerke sicherlich noch. Sonntags oder nachmittags konnten wir einfach kurz rüberlaufen und uns die Bilder und Skulpturen ansehen. Später hat meine Mutter als Elternbeirätin der Schillerschule zusammen mit den Schülern „Frankfurt baut das neue Städel unterstützt. Insbesondere das Städel war somit oft und gerne Thema bei uns und das Museum vor unserer Haustür immer präsent. Jetzt habe ich selber zwei Kinder und ich freue mich schon, wenn diese die Museen auch wieder für sich entdecken können.

Meine Begeisterung für das Städel und seine Kunst hat mich dazu veranlasst, Mitglied zu werden. Das Städel lebt von den Bürgern dieser Stadt, ist Sinnbild des Engagements einer emanzipierten Bürgerschaft, die selber etwas schaffen möchte – aus diesem Grund freue ich mich jetzt, Teil des Städelclub zu sein, und diese Begeisterung für ein Museum in meine und die nächste Generation tragen zu können.

Ich persönlich freue mich vor allem auf die Blicke hinter die Kulissen des Städels und des Liebieghauses, auf Einblicke in die Kunstszene Frankfurts und auf das Kinderprogramm.

Ehepaar Lutz-Saal – Mitglieder seit 1998

Zuerst dachte ich nur: Du wohnst in der Holbeinstraße, da kann man einfach immer ins Städel gehen, wenn man daran vorbei geht. Doch dann, auch durch meine ehrenamtliche Tätigkeit für den Städelverein an der Information des Städel Museums, änderte sich die Beziehung. Das Städel wurde zu meinem –„Wohnzimmer“, in dem wunderbare Bilder hängen – Lieblingsbilder und immer wieder neue Entdeckungen. Durch das ehrenamtliche Engagement und die dadurch immer stärkere Einbeziehung und Information in die Organisation und die Konzeptionen eines solchen Museums entstand eine hohe Identifikation mit dem Städel. Das empfinde ich als eine Chance, die ich ohne Engagement nicht bekommen hätte. Und es macht Spaß, das Gefühl zu haben, zum Team des Städelschen Museumsvereins dazuzugehören.

Meinen Mann und mich begeistert, dass Liebieghaus und besonders das Städel echte Bürgermuseen sind – in guter Tradition einer Bürgerstiftung, wie es der Gründer Johann Friedrich Städel wollte. Dazu gehört, dass sich die Häuser ständig weiterentwickeln, wie zum Beispiel durch den Erweiterungsbau für die zeitgenössische Kunst, der erst durch die Unterstützung von Bürgern und Institutionen ermöglicht wurde.  Auch das reiche Angebot für die vielen Zielgruppen wie Kinder, Familien, junge Leute wurde ausgebaut: die Kontaktbörse für Kunstinteressierte, Vorträge, Reisen oder auch Besuche in der Graphischen Sammlung. Toll war auch die Ausstellung „Heilige Nacht“ im letzten Jahr mit dem Weihnachtsmarkt im Garten, das kann neue Zielgruppen erschließen. Das Angebot ist lebendig, flexibel und ideenreich. Da ist nichts Verstaubtes, was früher Museen oft anhaftete.

Ehepaar Ebhardt – Mitglieder seit 2010

Unsere Viten sind teils amerikanisch geprägt, und dort ist bürgerliches Engagement ein ganz wesentlicher Pfeiler für den Kulturbetrieb. Privates Engagement macht unsere Museen zu Orten von Bürgern für Bürger und sie daher so attraktiv. Uns persönlich gibt der Förderverein die Möglichkeit, nicht nur einen Beitrag zum kulturellen Reichtum unserer Stadt Frankfurt zu leisten, er bietet auch ein Forum zum angeregten Austausch mit anderen Kulturinteressierten. Dass wir dabei auch noch von vielen angenehmen Bekanntschaften profitieren, macht unsere Mitgliedschaft umso schöner.

Ein solcher Förderverein ist heute, in einer Zeit, in der öffentliche Gelder für Kunst und Kultur immer knapper werden, wichtiger denn je. Ohne den Enthusiasmus und die Beiträge der Fördervereinsmitglieder hätten diverse Ankäufe nicht getätigt werden können, wären bedeutende Ausstellungen nicht durchführbar, wäre der Erweiterungsbau des Städel wohl nicht realisierbar gewesen.

Gegründet in den Jahren der Humboldt-Brüder, steht das Städel Museum wie auch das Liebieghaus für einen allen offenstehenden Zugang zur Kunst, für die Möglichkeit, sich frei und interessiert mit den unterschiedlichsten Denkhaltungen und Positionen zu beschäftigen. Dass diese Ideen noch heute wirken, begeistert uns an unseren beiden Museen. Seit ihrer Gründung ist eine Sammlung zusammengekommen, die Kunst aus über sieben Jahrhunderten zeigt – von den alten Meistern wie Jan van Eyck und Lucas Cranach d. Ä. über Yves Klein bis hin zu Gegenwartskünstlern wie Thomas Bayrle. Eine unglaubliche Vielzahl von Ausstellungen und Veranstaltungen, nun zunehmend auch von digitalen Inhalten, zeigen die enorme gestalterische Kraft, die die Institutionen in der Erfüllung ihres Vermittlungsauftrags aufbringen.


Sandra Gunzelmann hat die Statements der Mitglieder eingefangen. Sie kümmert sich um den jungen Städelclub und die Onlinekommunikation des Städelvereins. 

Der Städelsche Museums-Verein fördert seit 1899 die Museumsarbeit von Städel und Liebieghaus. Seine zentrale Aufgabe ist es, beide Sammlungen durch Ankäufe kontinuierlich zu erweitern und die Museen bei Bildungs- und Restaurierungsprojekten zu unterstützen. Zum Dank für ihr Engagement ermöglicht der Freundeskreis allen Mitgliedern freien Eintritt in beide Museen und viele exklusive Angebote wie Führungen, Reisen, Einblicke hinter die Kulissen viele Gelegenheiten zum Austausch. Der Städelclub bietet ein Programm speziell für junge Kunstfreunde. Alle Infos zur Mitgliedschaft findet ihr hier.

Diskussion

Fragen oder Feedback? Schreiben Sie uns!

Mehr Stories

  • Pablo Picasso, Violine (Violon), 1915, Musée national Picasso, Paris, © Paris, Musée national Picasso - Paris, bpk | RMN - Grand Palais | Béatrice Hatala
    Die Ausstellungen im Städel

    Highlights 2023

    Von einer fotografischen Reise quer durch Italien, über wortwörtlich Herausragendes in der Kunst – mit dabei Rodin, Picasso und Matisse – bis hin zur Renaissance im Norden: Unser Ausblick auf das Kunstjahr 2023!

  • Francisco de Goya; Alquellos polvos (aus: Los Caprichos); Blatt 23; 1797-1799; 1. Auflage; 1799; Radierung und Aquatinta; Städel Museum, Frankfurt am Main
    Goyas Radierungszyklus „Los Caprichos“

    Von haarsträubend bis komisch

    Zu Lebzeiten konnte Francisco de Goya von dem 80 Blatt umfassenden Radierungszyklus nur 27 Exemplare verkaufen – und dies bei einer Auflage von 270 Stück. Dennoch verhalf der Zyklus seinem Schöpfer zu Ruhm und Bekanntheit in ganz Europa. Auch heute noch zählen „Los Caprichos“, die in der „Schwarzen Romantik“ zu sehen sind,  mit ihrer schonungslosen Satire zu den Meisterwerken der gesellschaftskritischen Kunst und zu einem Schlüsselwerk Goyas. 

  • Neu im Städel

    Städel erwarb Portrait Papst Julius' von Raffael und Werkstatt

    Das Bildnis Papst Julius’ II. gehört zu Raffaels berühmtesten Werken. Das Porträt dieses außerordentlich kunstsinnigen, aber auch durchsetzungsfähigen und jähzornigen Papstes ist zwischen Juni 1511 und März 1512 in Rom entstanden. Es zeigt den bärtigen Papst lebensgroß in Dreiviertelfigur auf einem Lehnstuhl sitzend. Das Bildnis ist in mehreren Fassungen überliefert; die bekannteste befindet sich in der National Gallery in London, eine weitere in den Uffizien in Florenz. Das Städel Museum konnte jüngst eine bislang unbekannte Fassung des Porträts von Papst Julius II. von Raffael und seiner Werkstatt erwerben. Das 106,0 x 78,4 cm große, auf Pappelholz gemalte Bildnis ist kunsthistorisch und gemäldetechnologisch umfassend analysiert und untersucht sowie von alten Firnisschichten und Retuschen befreit worden. Es besticht nicht nur durch seine hohe künstlerische Qualität, sondern weist im Gegensatz zu der Londoner und Florentiner Fassung eine Reihe im Verlauf der Ausführung getätigter schöpferischer Veränderungen auf.

Newsletter

Wer ihn hat,
hat mehr vom Städel.

Aktuelle Ausstellungen, digitale Angebote und Veranstaltungen kompakt. Mit dem Städel E-Mail-Newsletter kommen die neuesten Informationen regelmäßig direkt zu Ihnen.

Beliebt

  • Honoré Daumier

    Zur Ernsthaftigkeit der Komik

    Bissig, brisant, komisch – Vor allem mit seinen Karikaturen machte sich Honoré Daumier im politischen Paris des 19. Jahrhunderts einen Namen. Aber wie funktionieren Karikaturen? Und weshalb kam Daumier für sie ins Gefängnis?

  • Der Film zur Ausstellung

    Honoré Daumier. Die Sammlung Hellwig

    Gefürchtet und geliebt – der Künstler Honoré Daumier (1808–1879) gehört zu den größten Zeichnern Frankreichs. Im Film erläutern der Frankfurter Mäzen und Sammler Hans-Jürgen Hellwig und die Kuratorin Astrid Reuter, wie Daumiers Einsatz für republikanische Ideen, für Presse- und Meinungsfreiheit und sein kritischer, aber zutiefst menschlicher Blick auf die Verhältnisse im Paris des 19. Jahrhunderts in seinen Karikaturen eindrucksvoll sichtbar werden.

  • Die Ausstellungen im Städel

    Highlights 2024

    Unser Ausblick auf 2024: Freut euch auf faszinierende Werke von Honoré Daumier und Käthe Kollwitz, lernt die Städel / Frauen kennen, entschlüsselt die Bildwelten von Muntean/Rosenblum, erlebt die Faszination italienischer Barockzeichnungen und reist zurück in Rembrandts Amsterdam des 17. Jahrhunderts.

  • Städel Mixtape

    #34 Jan van Eyck – Lucca-Madonna, ca. 1437

    Ein ruhiger Moment mit Kerzenschein, ihr seid so vertieft, dass ihr alles um euch herum vergesst: Vor rund 600 Jahren ging es den Menschen ähnlich, wenn sie vor Jan van Eycks „Lucca-Madonna“ gebetet haben. In diesem STÄDEL MIXTAPE geht es um das Andachts-Bild eines raffinierten Geschichtenerzählers. 

  • Städel / Frauen

    Louise Schmidt: Bildhauerin!

    Der erste Teil der Porträt-Reihe „Städel / Frauen“ nimmt Louise Schmidt und die aufwendige Restaurierung des Werks „Sitzender Knabe“ in den Fokus: Wer war die Bildhauerin und was macht ihre Arbeit so besonders?

  • ARTEMIS Digital

    Digitales Kunsterlebnis trifft wegweisende Demenz-Forschung

    Wie sieht eine digitale Anwendung aus, die Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen zeit- und ortsungebunden einen anregenden Zugang zur Kunst ermöglicht? Ein Interview über das Forschungsprojekt ARTEMIS, über Lebensqualität trotz Krankheit und die Kraft der Kunst.

  • Gastkommentar

    Kunst & Schwarze Löcher mit Astrophysikerin Silke Britzen

    Was sieht eine Astrophysikerin in den Werken der Städel Sammlung? In diesem Gastkommentar eröffnet Silke Britzen (Wissenschaftlerin am Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn) ihre individuelle Sichtweise auf die Kunstwerke im Städel Museum.